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Sülzefee

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 Riecht, fühlt, schmeckt und lauscht.

Wer eine Pflanze gut kennen lernen möchte,

pflege eine Freundschaft, wie zu einer engen Freundin.

Geht auf Tuchfühlung, beiderseits,

kostet von der Pflanze, laßt sie von Euch kosten.

Fühlt Euch mit allen Sinnen, haltet Inne, jenseits der Zeit.

Ehrlicher Austausch, in liebevoller Achtsamkeit,

ist der einzig wahre Weg.

 

Als Kind verbrachte ich viel Zeit in einer kleinen Hütte, gut versteckt im Wald. Dort lernte ich Lauschen. Der Wald war mein Hüter, mein Schutzwall, Tor in eine andere Welt.

Ich erinnere mich noch gut an das Wispern und Raunen aus Kindertagen. Eines Tages war es einfach stumm um mich herum. Die Erwachsenenwelt hatte mich einverleibt.

Ich absolvierte ein Studium (Lehramt Deutsch/ Kunst), arbeitete in der Wirtschaft (Immobilien, Hausverwaltung), verbrachte einige  Jahre als Ankleiderin am Theater, bis ich dann endlich den Absprung in mein eigenes Leben wagte.

Die Arbeit am Theater habe ich von Herzen geliebt. Diese Welt jedoch war eine künstliche. Mauern, Masken, Lichter und Schein,... und doch hab ich dort viel gelernt über unser Sein.

Was für grandiose Botschaften finden wir in Goethes "Faust". Erinnert Ihr Euch an "Das tapfere Schneiderlein" mit seiner Bauernschläue, an Orpheus´ Reise in die Unterwelt? Oder den Schabernack der Naturgeister im "Mittsommernachtstraum"?

Da rührt einem das Herz. Aber es verlangt nach Luft, nach Leben. Es wird nicht satt vom kurzfristigen Trugbild eingestaubter Kulissen.

Eine tiefe Freundschaft zu meiner Kräutermutter, Selengefährten, die mich ein Stück auf meinem Wege begleiteten, Wanderungen in klarer kühler Luft, Zeit für mich, tiefgehende Gespräche, Stille... all das half mir, mich wieder zu öffnen. Die logischen Konsequenzen ergaben sich dann fast wie von selbst ... nein, einfach war das nicht, aber spannend:)

Nun, eines Tages wurde ich gerufen in die "Heiligen Hallen des Personalbüros" und erhielt die lang ersehnte Nachricht: "Ab Januar bekommst Du Deinen Festvertrag."

An dem Tag im Dezember 2006 spielten wir das Weihnachtsmärchen

"Das Märchen von der verlorenen Zeit." Was für ein Signal!

Für die Meißten von uns, wäre das wohl ein Tag zum Feiern gewesen. An diesem Tag aber, sprachen die Bilder der Bühne zu mir ...

Kennt Ihr das? Wenn Zeit und Raum sich auszudehnen scheinen, wie ein Trichter vor einem Wurmloch? Im Aussen läuft alles wie in Zeitlupe, aber die Blicke, die dich treffen, sind von einer Eindringlickeit, die keine Zweifel zuläßt, dass es jetzt um Dich, um Deinen Seelenplan geht...

Am nächsten Morgen verabschiedete ich mich und verkündete: "Ich mach jetzt meine Kräuterküche auf."  Ich hab es nicht bereut, nicht einen Augenblick.

Als Abschiedsgeschenk erhielt ich die Kulissen vom Weihnachtsmärchen und baute daraus meine erste Sommerküche... Impressionen

ElfenstuhlIch verließ das Leben in der Kompfortzone für ein naturnahes, einfaches Leben auf dem Land, bestimmt vom Rhythmus der Jahreszeiten und dem meines Herzens.

Es hieß, sich erst frei schwimmem, sich lösen von Altem. Man muß nicht wissen was kommt, nur dem Herzen lauschen und mit Kinderaugen die Geschenke des Lebens bestaunen. Dann macht man irgendwann einfach die Augen zu und wagt vertrauensvoll den Absprung.

Den alten Pfad erspürend, meinen eigenen Weg findend durchlebe meine Initiationen als Hüterin des alten Wissens.

In den "Kreis der Kahuna" wurde ich aufgenommen im Erntevollmond 2011 von Alina Delicia Irma Daza Sagredo.

Heut begleitet es mich wieder, das Wispern und Raunen...

Wir leben auf einem alten Hof im Bördekreis, mit einem lodernden Feuer in unseren Herzen, das unsere Seele wärmt und einem knisternden Holzfeuer im Herzen unseres Hauses, das unsere Nahrung durchwärmt mit all der Urkraft von Mutter Erde und Vater Himmel.

Seid gesegnet!

Adrian, Torsten und Michaela Wöhner Kühnel

Unsere Familie_02